Superman mit historischer Pressekonferenz

Ich war in einem Podcast zu Gast, der sich mit den Auftritten und der Darstellung von Journalisten in Filmen beschäftigt. Neben dem Podcast gibt es dazu auch einen Blog und seit einigen Wochen auch ein Buch. Ich kenne den Blogger seit vielen Jahren und wir kamen vor einiger Zeit ins Gespräch und bastelten an einer Idee für eine gemeinsame Aufnahme. Schnell sprachen wir über den eigentlich berühmtesten Journalisten der Welt, denn Clark Kent trägt diesen Titel jedenfalls als Superman in der Kategorie „Superman“.

Die Podcast-Folge mit mir als Gast ist heute erschienen und ich kann diesen Artikel endlich online stellen. Hier geht es direkt zu der Folge:

#24: SUPERMAN (1978) –
EIN SUPER-JOURNALIST?

Zu Gast bei Journalistenfilme.de

Der Blog beschäftigt sich mit dem Journalismus in Filmen. Seine Blog-Artikel auf journalistenfilme.de sind detaillierte Untersuchungen der journalistischen Werte von Journalistinnen und Journalisten in Filmen. Seine Blog-Artikel sind keine leichte Kost für „mal eben“, sondern ich nehme mir schon bewusst die Zeit, um die herausragenden Artikel zu lesen. Über sein Buch „Scoops, Skandale, Sensationen | 50 Journalistenfilme von Almost Famous bis Zodiac“* habe ich bereits hier* an anderer Stelle gebloggt. Seit einiger Zeit gibt es auch den entsprechenden Podcast zu seinem Blog. Mit echten Hochkarätern aus dem Journalismus und den Medien bespricht er auch hier besondere Filme mit und über den Journalismus.

Wir schauten uns also beide den Film an, den ich mir hier bei Prime Video kaufen* musste, während mein Bekannter die komplette Superman-Box* mit den Filmen mit Christopher Reeve als Superman plus den Film „Superman Returns“ (2006) mit Brandon Routh in seinem Besitz hat. Er schaute vorab sogar alle vier Filme, die da wären:

  • Superman (1978)
  • Superman 2 | Allein gegen alle (1980)
  • Superman 3 | Der stählerne Blitz (1983)
  • Superman 4 | Die Welt am Abgrund (1987)

Ich war überrascht, dass der offizielle YouTube-Kanal von DC den originalen Trailer des Films bei sich im Portfolio hat. Häufig suche ich vergeblich nach so alten Material in Verbindung mit einem offiziellen Kanal. Viel Spaß mit dem Trailer.

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Es kamen also in 9 Jahren gleich vier Filme über Superman heraus. Eine hohe Taktzahl, wenn wir die Kosten und den Aufwand der damaligen Zeit einberechnen. Die Filme sind aus heutiger Sicht schwer zu schauen, denn ohne Einordnung in den historischen Kontext und die Bestimmung der jeweiligen Zielgruppe bleiben am Ende nur die Genres des Trash-Films und der überzeichneten Komödie.

Mein Verhältnis zu Superman

Vorab bekam ich von dem Blogger und Podcaster, dem ich jetzt mit Patrick mal einen Namen gebe, einen kleinen Leitfaden. Eine der ersten Fragen für unseren Podcast behandelte mein Verhältnis zu Superman, welches ich hier schon mehrfach beschrieben habe. Ich bin kein großer Fan von Superman und seine Abenteuer in den Comics bewegen mich nur selten zu einem Kauf.

Superman-Kinofilme enttäuschen mit ständig

Seit „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016) habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass wir irgendwann mal einen mitreißenden Superman-Film bekommen, der alle Fans und Kritiker verstummen lässt. Ich gehörte leider schon zu den Kritikern von „Man of Steel“ (2013), denn mit Henry Cavill war der perfekte Superman-Darsteller erneut gefunden worden, aber er wurde Opfer schlechter Drehbücher, Umsetzungen und fehlender Ideen. Sein letzter Auftritt in „Justice League“ bedarf keiner weiteren Erläuterung. Die Filme bedienten sich zwar an der wohl spannendsten und besten Superman-Geschichte, doch haben es versemmelt.

Die Filmgeschichte ist als Comic ein Klassiker

Sein Kampf gegen Doomsday,  der darauffolgende Tod von Superman, die daraus resultierenden Konsequenzen und die Rückkehr von Superman sind ein Klassiker unter den Comics. Wenn euch diese Geschichte interessiert, dann schaut lieber den Animationsfilm „The Death of Superman„* aus dem Jahr 2018. Die absoluten Superman-Comic-Klassiker über den Tod von Superman sind diese vier Bände, die jeder Comic-Fan mit einem Fable für Superman im Regal haben sollte.

Das Comic-Event „Der Tod von Superman“

Der Journalismus in Metropolis

Clark Kent entscheidet sich nach seinem Weggang aus Smallville und seiner Ausbildung in der Festung der Einsamkeit für den Weg des Journalisten. Der „Daily Planet“ ist die Zeitung in Metropolis und wird im Vorspann des Films bereits als „Symbol der Hoffnung“ bezeichnet.

Daily Bugle und Daily Planet verwechselt

Im Podcast habe ich mal eben den „Daily Planet“ mit dem aus dem Marvel-Universum bekannten „Daily Bugle“ verwechselt. Ich habe dort den Marvel-Herausgeber J. Jonah Jameson mal eben zum Nachfolger von Perry White gemacht. Dies stimmt natürlich nicht, aber durch die Rückkehr des Schauspielers J. K. Simmons in seine Rolle als J. Jonah Jameson im Abspann von „Spider-Man: Far From Home“ und sein damit verbundenes Debüt im Marvel Cinematic Universe, kam ich ein wenig durcheinander. Mittlerweile wissen wir, dass im neuen MCU-Film über Spider-Man viele Rückkehrer erwartet werden, wie ich hier bereits berichtete. Im dritten Teil mit Tom Holland wird es viele Überraschungen geben.

Der Alltag in der Redaktion

Nach circa 48 Minuten kommt Clark Kent in die Redaktion des „Daily Planet“ und trifft dort zum ersten Mal auf Lois Lane, Jimmy Olson und eben Perry White. Viel Trubel, Hektik, Anspannung und eine besonders laute Atmosphäre herrscht in der Redaktion, die von dem launischen Boss Perry White herumkommandiert wird. Die spätere und mehrfache Pulitzer-Preis-Gewinnerin Lois Lane wird ständig im Bereich der Rechtschreibung korrigiert und schreibt Boulevard-Artikel, die auch in der BILD erscheinen könnten.

Es ist hier schon mal festzuhalten, dass Clark Kent in diesem Film keine Sekunde als Journalist arbeitet. Die Ankunft von Superman bestimmt im Laufe des Films natürlich die Schlagzeilen und auch Bösewicht Lex Luther riskiert seine geheime Unterkunft durch den Kauf einer Zeitung durch seinen Handlanger Otis. Die Zeitung als Medium, aber auch stellenweise der Fernseher, haben eine starke Rolle in diesem Film. Dies fiel mir erst auf, als ich für Patrick den Film unter diesen Gesichtspunkten schaute.

Das erste Interview mit Superman

Ziemlich schnell und ohne nachvollziehbaren Grund sucht Superman seine Arbeitskollegin Lois Lane auf und gibt ihr sein erstes Interview. Geblendet und überwältigt durch sein Auftreten, zieht Lois Lane alle journalistischen Register und stellt folgende wichtige Fragen:

  • Sind Sie verheiratet?
  • Haben Sie eine Freundin?
  • Wie alt sind Sie?
  • Wie groß sind Sie?
  • Ihr Gewicht?
  • Ich nehme an, dass Ihre übrigen Körperfunktionen normal sind?

Die verschossene Journalistin kann Superman allerdings genügend Geheimnisse entlocken, der völlig naiv von seiner Herkunft berichtet, aus dieser Lex Luthor direkt seine Schwäche für Kryptonit ableiten kann. Wir hatten beide im Podcast keine Ahnung, ob diese Ableitung wirklich aus dem Nichts kam oder es vielleicht an der deutschen Übersetzung lag. Wer hier mehr weiß, der schreibt mir diese Antwort bitte in die Kommentare.

Am Ende bekommt dieses Interview übrigens diese tolle Schlagzeile:

„I spent the night with Superman“

Schon damals entschieden eben die Verkaufszahlen über die Qualität eines Artikels. Die Entwicklung des Daily Planet und die Rolle des Journalismus beschrieb Patrick in seinem Blog „Journalistenfilme“ hier eindrücklich. Wenn das Fernseher immer schneller wird, das Internet ein Wettbewerber der gedruckten Zeitung ist und die Schlagzeilen aus den sozialen Netzwerken kommen, dann muss sich ein Daily Planet etwas einfallen lassen.

Darum ist Superman ein Journalist geworden

Der Grund für den beruflichen Werdegang von Clark Kent ist seine Erziehung bei seinen irdischen Eltern in Smallville und seiner Ausbildung durch seinen Vater in der Festung der Einsamkeit. Superman kämpft für die Würde des Menschen, für Gerechtigkeit und hat den Lügen abgeschworen. Eigentlich alles Tugenden, die ich schon immer einem echten Journalisten zugeschrieben habe. In der perfekten Sicht auf dieses Berufsbild passt es ziemlich genau auf die Lebenseinstellung von Superman, aber hat in den meisten Fällen leider nichts mehr mit der Realität zu tun. Ich wollte lange Journalist werden und habe bei der Sichtung des Films gemerkt, dass die Darstellung des Großraumbüros der Redaktion mein Bild vom Journalismus sehr geprägt hat.

In den Comics sind immer wieder Spürnasen unterwegs, denn in vielen Bereichen wird entweder selbst journalistisch gearbeitet oder jemand aus dem Team besorgt auf diesem Weg die wichtigen Informationen für die Superhelden.

Berühmte Comic-Journalistinnen und Journalisten

  • Spider-Man

    Als Peter Parker arbeitet Spider-Man als Fotograf beim Daily Bugle. Immer wieder erfährt er von neuen Fällen aus der Redaktion und muss gerade am Anfang von dem Geld für seine Fotos leben. Er hängt häufig während seiner Kämpfe eine Kamera auf, die dann mit Hilfe des Selbstauslösers spektakuläre Aufnahmen macht.

  • April O´Neil

    Die Freundin der Turtles versorgt diese auch mit heißen Information in der Rolle als Journalistin. Immer wieder ist sie mit ihrem Kameramann Vernon Fenwick und dem Einsatzwagen von „Channel 6“ unterwegs und berichtet live vom Ort des Geschehens.

  • Iris West

    Im Team rund um Barry Allen, besser bekannt unter Flash, arbeitet Barry Allen irgendwann in der TV-Serie ebenfalls für einen Zeitung, aber betreibt auch einen erfolgreichen Blog, der sie immer wieder in Gefahr bringt. Sie arbeitet bei den „Central City Picture News“ und ist ein schönes positives Beispiel für eine investigative Journalistin.

  • Karen Page

    Karen Page, die Gefährtin von Daredevil, arbeitet bei der Zeitung „New York Bulletin“ als Journalistin. Sie ist es, die durch ihre Arbeit die Probleme von Hell’s Kitchen aufdeckt und Matt Murdock (Daredevil) auf die richtige Spur bringt. Die Serie ist Teil der unglaublichen Marvel-Netflix-Serien, dessen Ende ich noch immer betrauer. Die Fortsetzung von Daredevil im MCU oder wenigstens ein Comeback der Figur wäre erstrebenswert.

Sollten Journalisten nicht Superhelden sein?

Ansonsten ist es kein Zufall, dass die Fans im Kino beim Anblick von J. Jonah Jameson ausflippen, jeder Comic-Fan sein Bild von Perry White hat, ich mich auf die Darstellung von Jimmy Olson in Supergirl gefreut habe und ich beinahe vergessen hatte, dass der Tim aus „Tim und Struppi“ ebenfalls ein Journalist ist. Bei all den Top-Journalisten unter meinen Beispielen musste ich beim Schreiben an Lane Smith denken. Der 2005 verstorbene Schauspieler verkörperte Perry White in der TV-Serie „Die Abenteuer von Lois und Clark“. Ich mochte diesen Charakter sehr. Nach dem Gespräch mit Patrick hatte ich so Bock auf eine weitere Folge mit ihm und schlug ihm Tim als Journalist vor. „Leider“ gibt es dazu bereits eine hervorragende Podcast-Folge, die ihr hier hören könnt.

Journalismus bedeutet die Jagd nach Neuigkeiten, das Aufdecken von Skandalen und die Recherche nach dem großen Aufreger. Ohne diese Geschichten können Superhelden keine Abenteuer erleben.

Wie seht ihr die Rolle von Journalistinnen und Journalisten in Comics? Haben wir da zu viel hineininterpretiert oder ist es euch auch aufgefallen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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