Die großen Drei. Ein Jahrzehnt lang (2004-2014) war dieser Begriff fest mit den drei Manga One Piece, Naruto und Bleach verbunden. Naruto verabschiedete sich mit seinem Serienende im Jahre 2014. Bleach hingegen wurde schon vor dem eigentlichen Aus der großen Drei von vielen Anime und Manga Fans nicht mehr als Teil des Siegertreppchens der Branche gesehen. Die Qualität nahm ab, Leser waren nicht zufrieden mit dem Pacing der Reihe und dann das abrupte Ende. So ergaben sich auch die immer weiter abfallenden Verkaufszahlen. Nur One Piece läuft noch heute.

2014 erschien auf Comicstation ein Beitrag zu den großen Drei der Manga. Jetzt, 8 Jahre später ist der Zeitpunkt gekommen, um einen Blick auf die gegenwärtige Situation der großen Drei zu werfen. Was hat sich geändert?

Wer sind heute die großen Drei der Manga?

Aus welchen Manga sich die heutigen Big-Three zusammensetzen und ob sie noch existieren, lässt sich schwer beantworten. Versucht man allerdings eine zeitgemäße Liste der großen Drei zu erstellen, scheint es als hätte One Piece seinen Platz bis heute nicht verloren. Führt man seinen Versuch fort, trifft man schnell auf Schwierigkeiten.

Viele erfolgreiche Manga laufen einfach nicht lang genug. Die wenigen, die lang genug laufen sind wiederum nicht erfolgreich genug.

One Piece – Der alte Hase in ständig neuem Gewand

Schon damals zu Zeiten der großen Drei mit Naruto und Bleach der Älteste. Heute erst recht. Dabei gelingt es Oda seinen Gummimenschen mit seiner Piratenbande im Schlepptau immer wieder in neue Umgebungen zu werfen. Dabei kann es sich um Japan zur Edo-Zeit, eine Insel auf dem Rücken eines Elefanten oder ein Land, das aus schokoladigen Inseln besteht, handeln.

Die Verkaufszahlen sinken mit der Zeit, dem ist nicht mehr viel entgegenzusetzen. Verständlich, immerhin feiert der Kult-Manga dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Nichtsdestotrotz steht One Piece auch heute noch auf den Spitzenplätzen, was die Verkaufszahlen angeht.

Ende 2022 wird die Realverfilmung von One Piece auf Netflix zu sehen sein. Der Live-Action-Cast sorgte für Gesprächsstoff und die vorzeitige Beendigung von „Cowboy Bepop“ sorgt dafür, dass wir Fans nicht absehen können, ob die Netflix-Serie zu „One Piece“ für neuen Schwung und neue Fans sorgen wird oder ob das Experiment kurzzeitig scheitern wird.

My Hero Academia – Der spirituelle Nachfolger Narutos

Ein etwas weinerlich erscheinender Junge, der es in seinem Leben nicht leicht hat. Von den anderen Kindern wird er ausgegrenzt und verspottet, weil er anders ist als der Rest. Das kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, immerhin ist es die Ausgangssituation von gleich 2 beliebten Manga. Sowohl Naruto als auch My Hero Academia ließen sich mit diesem Satz einleiten. Aber das ist nicht genug der Ähnlichkeiten. Auch dass die Charaktere beider Reihen zuallererst eine Ausbildung durchlaufen müssen, um ihrer Berufung als Ninja oder Superheld nachgehen zu können, eint die beiden.

Knapp 8 Jahre lang hat sich My Hero Academia nun wacker an der Spitze der Manga geschlagen. Der Titel als einer der großen Drei scheint für die heutigen Verhältnisse redlich verdient. Ende 2021 gab der Mangaka Kohei Horikoshi bekannt, den Manga in den nächsten 1-2 Jahren beenden zu wollen.

Der dritte im Bunde?

Wenn dieser Artikel ein paar Jahre früher erschienen wäre, das mittlerweile beendete Attack On Titan ein heißer Kandidat geworden. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es wohl keine richtige Antwort. Aber ein Kandidat sticht klar hervor. Jujutsu Kaisen. Im letzten Jahr meistverkaufter Manga Japans, erfolgreiche Anime Umsetzung + Film. Ist man in der Anime und Manga Szene unterwegs, gab es in den vergangenen 2 Jahren keinen Weg an Jujutsu Kaisen vorbei.

Hält der Höhenflug der Reihe an ist es gut möglich, dass Yuji Itadori bald im Namen der großen Drei Flüche beseitigt.

Die Formel hinter den großen Drei

Um Teil der großen Drei zu werden, müssen einige Kriterien erfüllt werden. Am wichtigsten ist die wöchentliche Veröffentlichung von neuen Kapiteln. Das befriedigt nicht nur die Nachfrage der Leser und bindet sie. Mit der hochfrequenten Veröffentlichung neuer Kapitel sorgt man auch automatisch für regelmäßige und schnelle Erscheinungen ganzer Bände, die sich dann verkaufen lassen.

Für das Bekanntwerden der Reihe ist es aber ebenso essenziell, in welcher Zeitschrift die Kapitel überhaupt veröffentlicht werden. Dabei stellt sich heraus, dass alle Vertreter der ehemaligen großen Drei im Weekly Shōnen Jump von Shueisha erschienen. Auch Dragonball, welches von vielen als der Vater des modernen Shōnen gilt, erschien seinerzeit im Weekly Shōnen Jump

Shōnen. Das nächste wichtige Kriterium. Das Genre Shōnen bezieht sich mehr auf die Zielgruppe, die erreicht werden soll, als auf die Inhalte der jeweiligen Manga. Shōnen bedeutet hierbei, dass die Hauptzielgruppe Jungen und Männer im jungen Alter sind.

Story und Setting sollten vor allem zu Beginn nicht kompliziert zu verstehen sein, um keinen potenziellen Leser zu vergraulen. Da die großen Drei sich bisher auch immer durch ihre überdurchschnittliche Laufzeit auszeichneten, bietet diese auch ausreichend Raum für spätere Ausführungen und Erklärungen.

Das letzte Puzzlestück ist die Anime-Adaption. Anime helfen enorm dabei ihrer Vorlage Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Manga Tokyo Revengers gilt hier als Paradebeispiel. Rund 4 Jahre existiert der Manga bis jetzt, doch gleich die Hälfte aller Verkäufe konnte der Manga im Jahr 2021 verbuchen. Das Jahr, in dem der Tokyo-Revengers-Anime anlief.

Nie wieder die großen Drei?

Die Landschaft der Manga hat sich verändert. Nun gut, die gesamte Unterhaltungsbranche hat das getan. Das Angebot und damit auch die Vielfalt verschiedener Themen, die angesprochen werden, ist explodiert. Heutzutage findet jeder den Manga, der seinen Vorlieben entspricht und seinen Ansprüchen standhält.

Langlebigkeit lässt sich nicht mehr so leicht mit Erfolg vereinbaren. Die drei Manga, die sich 2021 am besten in Japan verkauften, waren Jujutsu Kaisen (2018-Heute), Demon Slayer (2016-2020) und Tokyo Revengers (2017-Heute).  Ausnahmslos frische Manga oder nicht allzu lange Manga.

Will man in Zukunft von den großen Drei reden, muss man sich bewusst sein, dass es wahrscheinlich niemals mehr eine Ära wie die aus Naruto, One Piece und Bleach bestehende geben wird. Die Lebensdauer der meisten Manga gibt das nicht her. Jährliche Preisverleihungen geben da möglicherweise mehr Aufschluss.

Wie ist eure Meinung zur aktuellen Lage der Manga? Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren.

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