The Batman

Ich war letzte Woche in „The Batman“ und war sehr gespannt auf den nächsten Restart einer hoffentlich lang anhaltenden Batman-Filmreihe. Diese Anspannung existiert noch immer, denn ich musste den Film wirklich erstmal sacken lassen, denn ich wollte kein vorschnelles Urteil abgeben und mich auch nicht irgendwelchen Social-Media-Diskussionen aussetzen. In einem Punkt sollten sich aber alle Fans einig sein, denn wir haben hier eine völlig neue Ausrichtung vorliegen, die den dunklen Ritter als Detektiv darstellt. Gemeinsam mit Jim Gordon, Alfred und zum Teil auch Catwoman ermittelt er in Gotham City, um den Riddler aufzuspüren.

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Batman als Detektiv auf der Leinwand

Batman hat seinen Ursprung aus den „Detective Comics“ seit 1939 und er ist kein Actionheld, der offensiv naheliegende Bedrohungen in Gotham City mit Muskelkraft, Kampftechniken und Geld bekämpft, sondern er zieht sich an seinen Computer in der Batcave zurück, um gemeinsam mit Alfred die Rätsel seiner Gegenspieler zu lösen. Diese Fall-Geschichten hatten wir bereits in der kultigen Batman-Serie aus den 60er-Jahren. Hier ermittelten Batman und Robin ebenfalls als Detektive und lösten Rätsel.

Nun hatte ich das Problem, dass ich mein eigenes Credo vergaß und stellenweise während des Film genervt war, dass es eben nicht zu Kampfszenen und Action kam. Mich nervte es auch, dass die spektakulärste Szene in der Nacht spielte und so kaum etwas zu erkennen war auf der Leinwand. Ich spreche hier von einer Verfolgungsjagd mit dem Batmobil, welches hoffentlich in den nächsten Filmen aufgerüstet und modernisiert wird. Es ist in meinen Augen das hässlichste Batmobil in der Filmgeschichte.

Irgendwann kam mit im Kino der Gedanke, dass wir stellenweise einen Tatort mit maskiertem Ermittler sehen. Wir wissen nämlich nichts über den Riddler, der sich hinter einer Maske versteckt, so dass Batman ihm schrittweise näher kommt. Es gibt nur wenige Szenen, in denen die Zuschauer eine Person verdächtigen können.

Filmlänge ist sehr aufgebläht

Der Film ist sehr gut, aber dennoch mindestens 30 Minuten zu lang. Es gibt Szenen, die einfach keinen Sinn machen. Wenn Batman am Ende in Zeitlupe in das Wasser fällt, für einige Zeit untertaucht und dann doch wieder an die Wasseroberfläche kommt, da glaubt niemand im Kino, dass dies nun Konsequenzen für Batman haben wird. Wenn Filmemacher solche Momente schaffen wollen, dann müssen sie dies mit Nebenfiguren machen, die der Zuschauer im besten Fall ins Herz geschlossen haben, die nicht zwingend eine Zukunft in dem Franchise haben müssen.

Wenn sich Catwoman am Ende des Films entscheiden, dass Batman ihr nicht folgt, warum sehen wir dann eine gemeinsame Motorradfahrt, die darin endet, dass einer nach links und die andere nach rechts abbiegt? Entweder es wird der Dialog gezeigt oder die Motorradfahrt, aber solche unnötigen Szenen blähen den Film auf seine fast dreistündige Gesamtlänge auf.

Meine Probleme mit „The Batman“

Wir sind sofort im zweiten Jahr von Batman und sehen weder den Tod seiner Eltern, noch kennen wir seinen Weg von Bruce Wayne zu Batman. Dies ist auch gut so, denn mittlerweile wissen wohl alle Bescheid und einige Eckpunkte werden während des Films beiläufig erwähnt. Der Tod seiner Eltern spielt eine Nebenrolle in de Film und Alfred gibt an, dass er Batman gezeigt hat zu kämpfen.

Jedoch fehlt uns schon ein wenig der Beziehungsaufbau zwischen Batman und Jim Gordon oder wir werden fast völlig von dem Kuss zwischen Batman und Catwoman überrascht. Da fehlt ein wenig die Tiefe in der Charakterentwicklung. Nun könnte man sagen, dass hier die Geschichte oder der Fall im Zentrum des Films stehen, aber dafür dauert der Film dann doch zu lange.

Spoiler, Logikfehler und Ausblicke in die Zukunft

Neben dem inneren Kampf von Bruce Wayne gibt es noch einige Easter-Eggs und Ankündigungen für kommende Filme. Insgesamt wurde der Grundstein für eine spannende und mitreißende Trilogie gelegt. Schon allein das Ende, welches den Riddler als Gefangener in Arkham Asylum zeigt, also dieser nicht getötet wurde, gibt Hoffnung, dass erfolgreiche und beliebte Gegenspieler häufiger eingesetzt werden. In den früheren Trilogien gab es eher selten den mehrfachen Auftritt eines Hauptbösewichts.

Batman entkommt aus der Zelle

Es gibt Momente in einem Film, die reißen einen komplett aus der Handlung. Dies ist schade bei so einem spannenden Film. Batman wird auf dem Polizeirevier von sehr vielen Polizisten festgehalten. Jim Gordon bittet um ein Vieraugengespräch und alle Polizisten verlassen durch eine Tür den Raum. Nun gibt Gordon heimlich seinen Schlüssel an Batman, der dann durch eine andere Tür fliehen kann, wo keine Polizisten auf ihn warten.

Kurz nach seiner Flucht vor der Polizei treffen sich dann Batman und Gordon am Batsignal. Auf diesen Treffpunkt wäre ich als Polizist aber gekommen. Da Batman der Polizei am Anschluss dieser Szene fast egal ist, haben wir hier wieder einige Minuten im Film, die wir nicht gebraucht hätten.

Dem Pinguin gehört die Zukunft

Habt ihr Collin Farrell als Oswald „Oz“ Cobblepot alias Der Pinguin erkannt? Ich wusste eigentlich von der Besetzung, aber ich habe in keiner Sekunde des Films an Collin Farrell gedacht. Es ist aber bestätigt, dass eben dieser Collin Farrell den Pinguin in einer eigenen DC-Serie spielen wird, um den HBO Max mit exklusiven DC-Content zu befüllen. Im Film selbst spielt er eher eine der wichtigen Nebenrollen, doch am Ende trumpft er schon groß auf, so dass es mit großer Sicherheit auch ein Wiedersehen auf der Leinwand geben wird.

Riddler-Rätsel mit Übersetzungsproblemen

Ich habe den Film in deutscher Sprache gesehen und hier kommt es zu einem Übersetzungsfehler. Der Riddler stellt das Rätsel: „Was macht ein Lügner wenn er tot ist?“ Die Lösung auf deutsch lautet dann „Er lügt still“ und im englischen bedeutet allerdings das Wort „still“ in etwa „immer noch“. Diese Übersetzung von „immer noch“ ergibt im Kontext auch viel mehr Sinn, weil der Riddler hochrangige Persönlichkeiten von Gotham City tötet und dann erst dessen Vergehen öffentlich aufzeigt.

Der Film übersetzt Texte im Film, wenn diese zum Beispiel in Form von Mindmaps auf den Boden geschrieben werden oder als Schlagzeile im Film auftauchen. Jedoch haben hier Übersetzer entweder geschlafen oder es passte mit dem einen Wort mehr nicht in den Film.

The Joker in The Batman?

Am Ende des Film unterhält sich der Riddler in Arkham Asylum mit einem Mithäftling und hier fallen eindeutige Wörter, wie Clown, oder auch ein diabolisches Lachen. Dieser Gefangene wird von Barry Keoghan gespielt, der seinen Durchbruch in dem Film „Dunkirk“ feierte, aber auch bei Eternals in einer der Hauptrollen mitspielt.

Es ist bestätigt, dass Barry Keoghan irgendwann als Joker in der Hauptrolle auftauchen wird, da Gerüchte bestätigt wurden, dass es sogar eine Szene mit dem Joker und Batman gab, der ihn während seiner Ermittlungen wahnsinnig machen sollte. Dies würde aufzeigen, dass der Joker als psychologische Herausforderung für ziemlich große Verwirrung im Inneren von Bruce Wayne lösen sollte. Wenn sich dieser Film dem jetzigen Stil treu bleibt, dann wird es ein rasantes Psychospiel.

Comic-Vorlagen zu „The Batman“

Der Film ist keine reine Comicverfilmungen, wie es beinahe üblich ist bei Filmen. Dennoch spielen viele erfolgreiche Comics eine große Rolle in dem Film. Hier sind vor allem folgende Comics zu erwähnen, die so oder so jeder Fan in seiner Sammlung haben sollte:

Diese Comics könnt ihr mit dem Klick auf die Links separat erwerben oder ihr kauft hier das exklusive Comic-Filmpaket mit einer DC-Stofftasche*. Ein tolles Set für Filmliebhaber, Batman-Fans und Batman-Einsteiger.

Aktuell ist „Batman- Das erste Jahr“ in seiner neuen Form der Neuauflage aktuell ein Bestseller bei Amazon. Das Interesse an den Anfängen des dunklen Rächers ist dank des Films auf einem Höhepunkt und hier wird sich zeigen, ob auch neue Fans dazukommen und wie häufig uns Robert Pattinson als maskierter Detektiv begeistern wird.

Wie fandet ihr den Film? Habt ihr die gleichen Schwächen erkannt oder übertreibe ich? Schreibt mir gerne einen Kommentar und lasst uns über den Film diskutieren.

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Überblick der Rezensionen
Charaktere
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6 Kommentare

  1. Riddler-Rätsel mit Übersetzungsproblemen

    “Was macht ein Lügner wenn er tot ist?” Die Lösung auf deutsch lautet dann “Er lügt still” und im englischen bedeutet allerdings das Wort “still” in etwa “immer noch”.

    ######
    So einfach ist es nicht.
    „Still“ kann auch durchaus im Deutschen still heißen!
    Und „lies“ hat zwei Bedeutungen von to lie = lügen / oder liegen!

    Im Englischen ist das ganze ein Wortspiel: es kann 2 Dinge bedeuten
    a) er lügt immer noch (weiterhin)
    b) er liegt still

    Vielleicht wurde hier (mehr schlecht als Recht) versucht das Wortspiel ins Deutsche zu transformieren,
    also auch beide Bedeutungen zu verwenden.

    • Danke für die Anmerkung. Das habe ich in Facebook-Gruppen auch schon gelesen. Im Deutschen wurde das wirklich umständlich umgesetzt.

  2. „Jedoch haben hier Übersetzer entweder geschlafen oder es passte mit dem einen Wort mehr nicht in den Film.“

    Achja, dass der Text von der Länge nicht rein passte ist Quatsch, da der Text gar nicht übersetzt wurde sondern „er lügt still“ wurde nur ausgesprochen! Schriftlich steht nämlich der Text „he lies still“ auf Englisch da (wie mehrfach zu sehen).

    • Oh, das stand da in deutschen Version doch auf englisch? Das hatte ich wohl falsch behalten. Da muss ich mir den Film erneut ansehen, aber das ist eh geplant.

  3. Ich fand den Film großartig, weil der Charakter des Batman in einer Tiefe und Detailgenauigkeit dargestellt wurde, wie sonst nur teilweise die Filme von Nolan/ Bale herankommen. Batman war mE immer ein “Detective“ . In diesem Film wurde dies wunderbar gezeigt, die off-Stimme erzeugt einen wunderbaren Film Noir Moment. Die Aktionszenen sind gut und realistisch – keine Akrobatik wie in anderen Filmen. Ich fand es Klasse , dass er vor dem Sprung vom Dach des Polizeireviers erst einmal erschrocken einatmet . Ein Mensch aus Fleisch und Blut kämpft gegen das Böse. Der Film ist genial.

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