Wer glaubt, dass Comics ausschließlich ein Medium für Kinder oder Jugendliche ist, hat sich wohl noch nie näher mit den bunten Geschichten befasst. Die Welt der Comics besteht nicht nur aus lebhaften Bildern, vielmehr besteht die Kunst darin, durch ebendiese Bilder einen komplexen Plot zu vermitteln. Mit Hilfe onomatopoetischer Ausdrücke und der Verbindung von Bild und Text werden die Geschichten deutlich lebhafter als klassische Bücher. Die Intermedialität von Comics, durch die Verbindung von Bild und Text, unterstützt die Vorstellungskraft des Lesers, ohne ihm dabei jeglichen Interpretationsspielraum zu nehmen. Der Leser muss deutlich mehr Transferleistung erbringen, als es zunächst den Anschein hat. Comics leben von der Imagination des Lesers. Sie können Dinge wie Geräusche, Bewegung oder das Vergehen von Zeit lediglich andeuten. Letztendlich ist es Sache des Lesers diese Stilmittel mit Leben zu füllen und die einzelnen Bilder zu einer Geschichte zusammen zu fügen.

Comic vs. Graphic Novel

Im Unterschied zu Comicheften erscheinen Graphic Novels größtenteils im Buchformat und sind sowohl thematisch, als auch literarisch komplexer. Sie sind meist umfangreicher und romanähnlicher als Comics und sind somit eher auf erwachsene Leser ausgerichtet. Graphic Novels gelten mittlerweile als anerkannte Kunstform und finden sowohl in der Literaturwissenschaft, als auch in der Kunst Beachtung. Ebenso wie Bücher lassen Graphic Novels viel Interpretationsspielraum. Sie sind voll von Leerstellen, welche durch den Leser gefüllt werden müssen. Der objektiv erzählte Plot trifft auf die subjektive Darstellungsweise des Künstlers, welcher den Leser mit Hilfe der gewählten Perspektiven und der Anordnung der Bilder (Panels) lenken kann.  Das Video zeigt eine interessante Dokumentation aus der Sendung „Aspekte“ von ZDF, in der über die Geschichte vom Comic zum Graphic Novel berichtet wird.

Vom Comic zum Film

In den letzten Jahren bekam nahezu jeder Comicheld einen Auftritt auf den Kinoleinwänden. Die Adaptionen der Marvel Comics, wie beispielsweise X-Men, oder Spider-Man, erfreuen sich großer Beliebtheit sowohl bei der breiten Masse, als auch bei Comic-Liebhabern. Zu den wohl bekanntesten Graphic Novel Verfilmungen zählen zweifelsohne Watchmen und Sin City. Auf der anderen Seite eignen sich auch Comics zur Adaptation anderer Medien. In der US-amerikanischen Comicreihe ‚Classics Illustrated’ werden beispielsweise literarische Klassiker, wie Oliver Twist oder MacBeth in Form von Comics veröffentlicht. Das Comicformat soll den Zugang zu den Klassikern der Weltliteratur erleichtern und sie somit auch für Schüler und Jugendliche zugänglicher und interessanter machen.

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